Tonkabohne – Was ist das?

Heute mal ein paar Infos zur Tonkabohne! Vielen Menschen ist dieses Gewürz nicht so geläufig und auch bei uns im Gewürzmuseum erhalten wir immer wieder viele Fragen dazu. Folgend also ein paar Antworten!

Aroma der Tonkabohne

Es gibt nur wenige Gewürze mit einem so betörenden Aroma wie es die Tonkabohne besitzt. Sie duftet als habe man Vanilleschoten, Rum, Waldmeister, Heublumen und Bittermandeln miteinander vermischt. Trotzdem wirkt sie nicht ausschließlich süß, sondern zeigt auch herbe, elegante Noten, wie man sie von Muskat und Zimt kennt. Mit Tonkabohnen hat man früher gerne Pfeifentabak aromatisiert. Auch als Christstollengewürz haben sie bei uns seit Jahren Tradition.

Grund für den Duft

Das ätherische Öl der Tonkabohnen enthält den sekundären Pflanzenstoff Cumarin, welcher zum Beispiel auch in frischem Heu, Datteln, Waldmeister und Kassiazimt vorkommt. Cumarin ist ein begehrter Duftstoff für die Parfümherstellung. Gewürze, die Cumarin enthalten, zeichnen sich durch ein intensives Aroma aus.

Tonkabohne - Anbau und Früchte

Wussten Sie schon, dass…

…Tonkabohnen keine Früchte, sondern die Samen eines tropischen Schmetterlingsblütengewächses sind? Ursprünglich stammt der Tonkabaum aus dem Orinoko-Gebiet in Venezuela. Um Tonkabohnen zu gewinnen, muss man nach der Ernte die länglichen, bohnenförmigen Samen aus den Tonkafrüchten entfernen. Anschließend legt man sie in Rum ein und lässt sie danach schonend trocknen. Bei diesem Trocknungsvorgang fermentieren sie und bilden ihr charakteristisches Aroma aus.

Heilwirkung der Tonkabohne

Wegen seines Dufts spielt das ätherische Öl der Tonkabohnen auch in der Aromatherapie eine besondere Rolle. Es gilt als stresslindernd sowie entspannend und wird unter anderem bei Anspannung, Nervosität und Schlafstörungen empfohlen.

Verwendung in der Küche

Tonkabohnen erleben derzeit in der Süßspeisenküche ein Comeback. Sie eignen sich aber auch für pikante Gerichte. Verwenden Sie sie doch mal für:

  • Eiscreme, Sorbets
  • Puddings, Cremespeisen (Crème brûlée)
  • Christstollen
  • Kuchen, Plätzchen
  • Schokoladendesserts
  • Pralinen, Marzipan
  • Orientalische Reisgerichte
  • Tomatensauce, Tomatensuppe
  • Wildragouts (Hase, Hirsch, Reh)

Genießertipps

Tonkabohnen sollte man kühl, trocken, luftdicht und lichtgeschützt lagern. So bewahren sie ihr Aroma bis zu 12 Monate.

  • Tonkabohnen sind hocharomatisch und werden nur sparsam dosiert. Das geht am besten, wenn man sie reibt - Eine Prise beziehungsweise Messerspitze ist hier die optimale Maßeinheit.
  • Sie lassen sich auf der Gewürzreibe genauso leicht reiben wie Muskatnuss.
  • Teig für Christstollen, Kuchen oder Plätzchen würzt man damit, indem man ein, zwei Prisen von der Tonkabohne mit der Gewürzreibe in die Teigmasse reibt.
  • Möchte man Saucen, Ragouts oder Suppen damit aromatisieren, genügt es, eine Tonkabohne 1 Minuten vor Ende der Garzeit in dem Gericht mitziehen zu lassen. Danach sollte man sie sofort entfernen, weil ihr Aroma schnell dominierend wirkt.
  • Für Eiscreme, Cremespeisen oder Puddings lässt man eine Tonkabohne in Sahne, Milch oder Fruchtpüree ziehen und entfernt sie wieder, bevor die Flüssigkeit weiterverarbeitet wird.
  • Spicy’s Tipp: Etwas Tonkabohne auf Kakao mit Schlagsahne reiben!

Veröffentlicht am 02.04.2017

Tonkabohne – Was ist das?
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